lofopbie*) feinen Unterthanen läſtig, ja felbft verhaft.
Immerhin aber war er ein guter Fürſt; troßdem bleibt
es ſtets wahr, daß er dem Staate keinen félimmeren
Dienſt leiſten konnte, als ihm ſeinen Sohn **) gum Nad¬
folger zu laſſen, wodur< er größeres Verderben über das
Reich brachte, als ſeine eigene Regierung demſelben Vor=
theil gewährt hatte. Ueberhaupt ift diefe Art von Men¬
ſchen, die ſi< dem Studium der Weisheit hingeben,
in allem ſehr unglü>li<, voruehmli<h jedo< in ihren
Kindern; ich benfe mir, daß dies dur< eine beſon¬
dere Vorſehung der Natur ſo geſchieht, damit die Peſt
der Weisheit fih nicht zu weit unter den Sterblichen
ausbreite. Cicero’s Sohn eutartete, und der weiſe So¬
krates hatte Kinder, die mehr der Mutter als dem
Vater glichen, wie es jemand niht uneben ausygedriidt
hat, oder die, gerade heraus geſagt, thöriht und dumm
waren,
Aber man würde fhon Geduld Haben, wenn diefe Phi¬
Tofophen fic) nur in öffentlihen Aemtern und Stellungen
benähmen wie die Eſel beim Lautenſchlagen, #*) ſie tau¬
gen indes au< ni<t einmal für die Pflichten und Forde¬
rungen des alltäglichen Lebens, Ladet einen Weiſen zu
einem Gaſtmahl ein: er wird entweder trübſelig und ſumm
daſiben oder die Geſellſchaft unaufhörli< mit ſeinem läſti¬
gen Gefrage ſtören; fordert ihn zum Tanz auf: er wird
eurer Bitte mit der ganzen Geſchi>klichkeit eines Kameels
genügen; flhrt ihn zu den öffentlihen Spielen: ſeine
Miene allein wird die allgemeine Freude hemmen, und
der ehrwürdige Cato, der fit beſtändig weigert, ſeinen
Ernſt abzulegen, wird nothgedrungen den Blak rue
*) Gr mar Stoifer und ſchrieb n Selb jfthetradtungen” (Univerfale
Bibliothek 1241—1242).
**) Commodus.
***) Nad) dem gried), Sprichworte: “yo meso igav.