gen bejahen. Wenn ihr miğ aber verbanut, wird micht
uur kein Menſch mit einem anderen zuſammenleben kön¬
nen, ſondern ein Jeder wird ſi ſelbſt auh als ſtinkend
und ſ{<mugtig erkennen und ſi verabſcheuen. Die Natur,
die bei vielen Dingen mehr ſtiefmütterli< als mittterlih
zu Werke geht, hat ja den Menſchen, vornehmlich den
verſtändigeren, den unglit>lichen Hang verliehen, mit dem,
was ſie haben, unzufrieden zu ſein und Fremdes ſtaunend
zu bewundern. Daher kommt es deun, daß alle Gaben,
Reize und Anuehmlichkeiten des Lebens kränkeln und zu
Grunde gehen. Wozu frommt ein {<snes Geſicht, das
koſtbarſte Gut, welches die unſterblichen Götter verleihen
können, wenn ein übler Geru es verpeftet? Was nüßt
die Jugend, wenn greiſenhafte Shwermuth ihre Kräfte
lähmt? Kurz, wie werdet ihr troß aller irdiſchen Vorzüge
ſei es für eu<, ſei es für Andere mit Wohlauſtändigkeit
handeln önnen, — denn die Hauptſache jeder Kunſtfertig=
keit wie jeder Handlung iſt, daß, was man thut, mit
Schicklichkeit gethan werde — wenu meine Philautia eu<
nicht als Helferin zur Seite ſteht, die Eigenliebe, die mir
mit Recht theuer iſ wie eine Schweſter! Ju der That
weiß ſie mi ausgezeihnet überall zu vertreten. Denn
was giebt es Thörichteres als von feinen eigenen guten
Eigenſchaften bezaubert, von ſeinen eigenen Verdienſten
entzückt zu ſein? Wenn ihr eu< aber ſelbſt mißfallt, ſeid
ihr niht im Stande, irgend etwas S<hbnes oder Gefälli=
ges hervorzubringen oder überhaupt etwas zu thun, was
uicht gegen die Wohlanſtändigkeit verſtieße. Nehmet dem
Leben dieſe Würze: ſogleih bleibt der Reduer in ſeinem
Vortrage ſte>en, der Muſiker mit ſeinen Läufen und Tril¬
lern ruft nur mitleidiges Achſelzu>en hervor, man ziſcht
den Schauſpieler mit ſammt ſeinen Geſten aus, man lacht
über Dichter und Muſen, der Maler exntet nur Verach=
tung mit ſeiner Kunſt, der Arzt ſtirbt vor Hunger trog
aller Heilmittel, — aus einem Nireus werdet ihr ein