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Das Lob ber Thorheit. 19

burtsftätte fimb jene feligen Snfelu,*) auf denen alles
ungeſät und ungepflitgt hervorſprießt. Arbeit, Alter,
Krankheit betreten meine Heimat nie; auf ihren Gefilden
findet man weder Asphodelusknollen, noh Malven, Bivie
beln, Lupinen, Bohnen oder ſouſt derartige gemeine Kiten¬
gewächſe, ſtatt deſſen aber trägt die Erde, was nur das
Ange zu entzii>en und dem Geruch zu ſ{<mei<eln vermag:
Moly, Panace, Nepeuthes, Mariolan, Ambroſia, Lotus,
Roſen, Veilchen, Hyacinthen, wie in den Gärten des Ado¬
nis. An einem ſo herrlichen Orte geboren, eröffnete ih
mein Leben keineswegs mit Thränen, foudern lachte meine
Mutter gleich fohelmifo an. Uebrigens bin i< niht im
mindeſten neidiſ< auf den Allvater Kronion, daß er eine
Ziege zur Amme gehabt, denn mi< haben zwei der zier=

liſten Nymphen an ihrem Buſen genährt, die eine
Methe, *) eine Tochter des Bacchus, die andere Apä¬

dia, ***) eine Tochter Bans. Shr ſeht Beide in meinem
Gefolge. Bei der Gelegenheit if es au< gut, daß ih eu<
gleih meine anderen Begleiteriuuen und Dienerinneu vor¬
ſtelle. Jene Schöne da mit den ſtolz erhobenen Augen¬
brauen ift die Eigenliebe, Jene, die fo beifillig mit ven
Augen blinzelt und in die Hände klatſcht, iſ die S<hmei¬
delei. Dieſe halb eingeſ<lummerte dort, von der man
ſagen möchte, daß ſie wirkli<h félafe, heißt die Vergeßlich¬
feit. Jene da, die ſi< mit verſ<lungenen Hände auf beide
Ellbogen ſtübt, iſ die Arbeitsſheu. Die andre dort, vie,
mit Roſengewinden geſhmüd>t, am gamen Körper von
Wohlgerüchen duftet, iſt die Siunenluſt. Jene mit dem
unſtät umherirrenden Bli> iſt die Unveruunft. Endlich
dieſe hier, die rundliche, wohlbeleibte, mit der ſchimmernden
Haut heißt die Genußſu<ht. Bei dieſen Nymphen ſeht ihr
que zwei Götter: der eine ift ber Sdleminer, der andre der

*) Die canavifden. (Bgl. oraş, Epod. XVI, 42 u. ff)

«*) Rauſch, Taumel.
nas) Grobheit, Ungeſchliffenheit.

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