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26 Erafmi von Rotterdam

ſelben nicht jederman aufrichtig gewogen? We
iſt der ihr nicht unter die Arm greife , und
hülffreiche Hand leiſte ? Aver , tvoher kommt
dieſe Gunſt und Geivogenheit ? Woher anders,
als pon mir? Die ich ihr die Wohlthat erzeige,
daß ſie gar tvenig Weißheit beſit , und ihr deß:
ivegen der Bauch nicht borſtet. Eine Ligne.
rin till heiſſen , tvenn nicht , ſo bald fie gröſſer
fworden , und durch die Erfahrung und Unter:
richt zu einem reifferen und männlichen Ver:
ſtande gekommen ſind, alsdann aller Glans der
Schönheit vergehet , die Munterkeit in Träg:
heit, das ſcher6haffte und luſtige Weſenin Ernſt:
hafftigkeit , und alle Krafft in Ohnmacht ſich
vetivandelt, Und je tveiter jene ſich von
mir entfernet , deſto weniger Leben hat ſie, bis
fich endlich das beſchwehrliche Alter einfindet, |
das nicht nur andern Leuten , ſondern ſich ſelb:
ften gehäßig iſt. Dieſes nun würde kein einiger |
Menſch dulten und ausſtehen können , tvenn ih |
mich nicht aus Erbarmung und Mikleiden zur |
Seiten ſtellte , und , gleichwie die Götter der |
Poeten denen in Gefahr des Untergangs ſich
Befindenden durch eine Verwandlung (1) zu
Hüúlffe fommen , fie auf gleiche Weiſe , da fie
ſchon auf der Grube gehen , ſo viel möglich fvie:
derum zu Kindern machte. Daher man ſie nicht
ohne Urſach insgemeinzwepmalige Rinder(m)
nen: |
1) Gilfo foll Phaeton în cinen E gjivanen, Alcyon in einen Vogel von |

den Göttern verwandelt worden ſeyn , um ſie vom Untergang
zu erretten |

m) Das gemeine Sprichwort zielet quf bis pueri ſenes,