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Das Lob der Thorheit. 45 men müſſen.*) Wenn er in eine lebhafte Unterhaltung hineinfällt, vann iſt's, als ob „der Wolf“ des Märchens fomme. Gilt es, etwas zu kaufen, einen Contract abzu=ließen, furz, handelt es ſi< um irgend eine nothwendige Sache, die innerhalb des gewöhnlichen Verlaufes des Le bens liegt, ſo möchte man ihn eher für einen Stod als für einen Menſchen halten. Dieſer Philoſoph iſ alſo zu nichts gut, weder für fic), nod) für fein Vaterland, mod für die Seinen, weil er weder Lebeusart noc Lebensklugbeit beſit, und ſeine Anſichten und Gewohnheiten vow denen der Menge ganz und gar abweichen; was Wunder, daß ihm dieſer große Unterſchied in Benehmen wie in Geſinuung den allgemeinen Haß einbringt? Denu alles was bei den Menſchen vorgeht, iſt voll von Thorheit; es ſind mur Thoren, die mit Thoren umgehen, und wenn ein einziger Kopf es unternehmen will, ſich der Geſammt= heit zu widerſeßen, ſo kaun i< ihm nur den Rath erthei=len, wie einſtens Timon in eine Wüſte zu ſliehen und ſeine Weisheit zu höchſteigenem Gebrauche dorthin mitzu= nehmen. Doch kehren wir auf den verlaſſenen Weg guvitd. Welche Macht hat jene von Natur rauhen, wilden und bäuriſhen Meuſchen in den Umkreis einer Stadt verſam= melt? Allein die Schmeichelei. Nur dag ift e8, wag die Fabeln von des Amphion**) und Orpheus žE) Reier bee ſagen wollen. Was hat die römiſchen Plebejer, als ſie fih ſchon mit den gefährlichſten Plänen trugen, zu einträch= tiger Bürgergemeinſchaft zurü>geführt? Etwa eine philoſophiſhe Rede? Nichts weniger als das: eine lächerliche, findiſche Fabel vom Magen und den auderen Theilen des *) Nah dem Beiſpiel des Cato Cenſorius, der die Floralien wegen dex unſittlihen Tänze entrüſtet verließ. **) Bei ſeinem Geſange ſollen fiğ die Steine zu den Mauern Thebens von ſelbſt zuſammengefügt haben, ***) (x bezguberte durch ſeine Töne wilde Thiere, Bäume und Felſen.