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36 tig ift, fie zu verde>en ſucht, ſich über dieſelben täuſcht und fie niht ſehen will, ja, wenn man große Laſter ſogar hät und bewundert als ſeien es Tugenden? Wenn ein Mann ein Muttermal ſeiner Freundin küßt, *) wenn ein Zweiter ſi< an einem widrigen Gewächs in der Nafe feiz ner Geliebten ergöbßt oder wenn ein Vater von ſeinem ſchielenden Sohne behauptet, er blinzele nur, was iſ dies alles anders als die purſte Thorheit? Sagt es nur laut, Daß e8 brei, vier Mal Thorheit fei, denn gerade dieſe „Thorheit knüpft und erhält der Freundſchaft innige Bande. “**) Ih fpreche hier nur von Sterblichen, von denen „ohne Fehler niht Einen es giebt und als Beſter nur dex gilt, der am wenigſten lafterhaft ift.” *¥=) Jene -Weiſen nämlich, die fih dur< ihre Philoſophie gottäbnlid zu machen rühmen, vereinigen ſich entweder nie dur< das Band der Freundſchaft, oder ihre Freundſchaft iſt nur eine läſtige, unangenehme Verbindung, die ſie no< dazu mit ſehr Wenigen ſchließen. Ich könnte es nicht verautworten, wollte ih ſagen, daß ſie überhaupt mit niemandem vertrauli< verkehren; denu da die überwiegende Mehrzahl der Menſchen thöricht iſt und es keinen Einzigen giebt, der nicht einmal nach der einen ober anderen Seite Hin Dummheiten beginge, ſo ähneln fic) eben in dieſem Punkte Alle, und in der Aehnlichkeit iſt die Grundlage zur Freundſchaft zu ſuchen. Wenn dieſe ſtrengen Philoſophen ſich bisweilen dur gegenſeitiges Wohlwollen an einander ketten, fo ift dies Gand dock nur {wah und von kurzer Dauer, Sie haben ja wunderliche, ſchwer zu befriedigende Launen uud ſind bei den Fehlern ihrer Freunde ſcharfſichtig wie ein Adler oder wie die epidauriſhe Schlange, {) während für die Selbſterkenntnis ihr Auge nicht ſo weit reiht, um deu Das Lob der Thorheit. *) S, hierliber und über A R poar Soi Bud I, UT, 89 u ff. — **) A. a. O. V. . D. B. 68 u. 69. +) A, a. O. V. TA u. 27.