Reiz treibt ſie dazu als der der Wolluſt? Es ergößen
eben die Frauen allein dur< die Thorheit. Die Wahrheit
dieſes Satzes wird der nicht beſtreiten können, der darüber
nachdenkt, welche plumpen Albernheiten ein Maun jedes¬
mal mit einer Frau \{<watzt, welche täppiſchen Scherze er
anſtellt, wenn er die Freuden eines Schäferſtündchens ge¬
nießen möchte.
Sh Habe euh Hiermit die Quelle der erſten und höh¬
ften Luſt im Leben gezeigt. Sd gebe zu, daß für gewiſſe
Leute, beſonders für jene Greiſe, die mehr luſtige Zecher
als Lodere Beifige find, die Flaſche der Gipfel alles Ber¬
gnügens if. Ob aber ein fröhlihes Mahl überhaupt
ohne Frauen denkbar iſt, laſſe ih unentſchieden; ih führe
nur die Thatſache an, daß jeder Schmaus, der dur die
Thorheit nicht belebt wird, der lieblichſten Würze entbehrt.
Das iſt ſo richtig, daß, wenn keiner der Gäſte durch wahre
oder erheuchelte Thorheit Gelächter hervorruft, man einen
Poſſenreißer miethen oder irgend einen ſpaßhaften S<hma¬
roger ſuchen muß, der dur< ſeine Wiße und thörichten
Reden das unheimliche Schweigen, den düſteren Kummer
von der Tafel verbannen fol. Denn was nützte es wohl,
fih den Magen mit den feinſten Speiſen und köſtlichſten
Le>erbiſſen zu füllen, wenu man uicht au< Aug" und Ohr,
Geiſt und Herz dur Heiterkeit, Scherz und Laune nährte?
I< allein aber bin die Spenderin ſolcher Genüſſe. Al
die feierlihen Gebräuche beim Feſtmahl, wie: loſen, wer
deu Vorſit führen ſolle, Würfel ſpielen, die gegenſeitige
Geſundheit ausbringen, der Reihe na< aus demſelben
Becher trinken, einen Rundgeſang mit dem Myrthen¬
zweige*) ſingen, tanzen, ſi< in komiſchen Stellungen be¬
wegen, ſind wahrli< uicht von den ſieben Weiſen Grie¬