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Das Lob ber Thorheit, 33

beſtreichen, das die Athleten qu gebrauchen pflegten. Denn
wer gegen ſein eigentliches Weſen fid) mit der Shmiuke
der Tugend ſ{müd>t und ſo ſeinen wahren Charakter zu
verbergen ſut, der erreicht nur, daß er zwiefah laſterhaft
erſcheint. Wie nichts mehr mit der Erfahrung überein=
ſtimmt als das alte griehiſhe Sprichwort: „Der Affe
bleibt Affe, und wäre er mit Purpur angethan“, fo mag
auh das Weib ſi< immerhin maskiren, es bleibt troßdem
ein Weib, das heißt eine Thörin.

Ich glaube indeſſen nicht, daß das ſ{<öne Geſchlecht fo
thöriht iſt, mir zu zürnen, wenn ih ipm Thorheit zu¬
ſpreche, bin id) dod) felbft ein Weib und gar die perfoni¬
ficivte Thorheit! Denn wenn fie die Berhiiltuiffe nag
Recht und Billigkeit abwägen wollen, müſſen fie gerade
dieſer Thorheit dankbar ſein, burd die ſie in vielen Bee
ziehungen glüdliher als die Männer ſind. Die Frauen
habeu deu Vorzug der Schönheit, den ſie mit Ret an
die Spike ſtellen können und dur< deſſen Reize ſie ſelbſt
die graufamften Œbraunen tyrannifiver. Beim Manne
liegt oft ſhon in der Geſtalt etwas Erſchre>tendes; feine
rauhe Haut, ſein dihter Bart ſind vorzeitige Zeichen des
Alters: und dies alles kommt von der leidigen Klugheit.
Die Frauen hingegen haben ſtets glatte Wangen, ſtets
eine feine Stimme und einen zarten Teint, als ſei ihr
Leben eine beſtändige Nachahmung der Jugend. Welches
andere Streben kenuen ſie ferner, als den Männern mög=
lichſt zu gefallen? Sft das niht der einzige Zwe> des
Pubes, der Schminke, des Bades, der Friſur, der Sale
ben, der Wohlgerüche und ſo vieler anderen Kuuſt¬
mittel, die ſie anwenden, um ihr Geſicht zu verfi¬
nern, ihre Augenbrauen zu malen und ihre Haut zu pfle¬
gen? Wollt ihr no< deutlicher ſehen, daß nur die Thor¬
heit die Gewalt der Frauen über die Männer bewirkt?
Nun, es giebt wohl kaum etwas, was dieſe den Weibern
nicht geſtatten — und welcher audre Gedauke, welcher andre

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