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24 Das Lob ber Thorheit.

lichen unertriiqlich, wenn nicht id wiederum aug Mitleid
mit fo fHwerer Qual ihnen hilfreid) die Hand byte. Wie
die Götter bei den Dichtern die armen Menſchenkinder oft
durd irgend eine Metamorphoſe vor dem Untergange be¬
wahren, fo führe ih die, welche ſhon am Rande des Graz
bes ſtehen, ſo gut es geht, zur Kindheit wieder zurit>,
daher aud die treffende Bezeihnung im Volfemunde: , Pine
diſchgewordene.“ Jhr werdet mih nun gewiß fragen, wie
ih das denn eigentlic anſtelle; au< das will ih eu< nit
verhehlen. Ich führe ſie an unſeren Letheſtrom, — denn,
beiläufig bemerkt, entſpringt dieſer Fluß auf den ſeligen
Inſeln, und dur die Unterwelt fließt nur ein ganz klei¬
ner Arm — i<h laſſe ſie in vollen Zügen von vem Waſſer
der Vergeſſenheit trinken, und ſiehe! allmählih {winden
ihre Sorgen, ſie werden wieder jung. Aber ſie faſeln,
ſagt man, und reden albernes Zeug. Gut! Gerade das
iſt es ja, was man wieder jung werden nennt. Heißt
Kind ſein niht, Dummheiten begehen in Wort und That?
Gefällt uns nicht gerade an den Kindern am meiſten, daß
ſie keinen Verſtand beſißen? Wer würde niht vor einem
Kinde, das wie ein reifer Maun ſpräche und handelte, wie
vor einem Ungeheuer Haß und Abſcheu empfinden? „Ih
haſſe ein altfluges Kind“, iſ ein paſſendes, ſehr bekanntes
Sprichwort. *) Wer aber könnte wohl freundſchaftlichen
Umgang mit einem Greiſe pflegen, der neben einer lang¬
jährigen Erfahrung no< die ganze Schärfe ſeines Geiſtes
und Urtheils beſäße? Darum werden dur< meine große
Giite die Greiſe wieder kindiſch, und mir haben fie es zu
danken, daß ſie von den läſtigen Sorgen, die den Weiſen
plagen und quälen, befreit ſind. Uebrigens i} mein alber=
ner Schwäßer keine8wegs ein ungemüthliher Zechgenoſſe.
Er ſplirt ja ni<ts von dem Verdruß des Lebens, den das
männliche Alter kaum zu ertragen vermag. Ja, man<mal

*) Bei Apulejus, Apologia, 85.