Göttern am nächſten zu kommen. Nehmt aber nur eineu
jener ehrwürdigen Gelehrten; mag er drei, vier, ja mei¬
netwegen tauſend Mal Stoiker ſein, ex wird ſicherlich,
wenn auh niht ſeinen Bart, den weſentlichſten Shmu>
der Weisheit, — ein Shmu>, den ex übrigens mit dem
Bo gemein hat — fo Dod ſeine peinliche Strenge ab¬
legen, ſeine faltenreiche Stirn glätten, ſeine harte Sitten¬
lehre aufgeben und in Wort oder That irgend welche
Dummheiten begehen müſſen, — fu, mio, mig ſage
ih, muß jener Weiſe zu Hilfe rufen, wenn er — Vater
zu werden wünſcht. Und warum foll ih nicht nad meiz
ner Gewohnheit frei und offen mit eu< plaudern? Sagt
mir, iſt etwa dem Kopf, dem Geſicht, der Bruſt, der Hand,
dem Ohre, welche alle dod) fiir adt- und ehrbare Glieder
gelten, die Fähigkeit verliehen, Götter und Menſchen þer¬
vorzubringen? Wenn iğ mid) niht ivre, fo taugen fie
ins8geſammt niht zur Fortpflanzung, vielmehr ift ein ge¬
wiſſer Theil, der ſo närriſ<, fo drolig ausſieht, daß man
ihn ohue Lachen nicht auszuſprehen vermbobte, der wahre
Multiplicator des Menſchengeſchle<htes. Aus dieſer heiligen
Quelle ſ{öpft jedes Weſen ſein Leben, und zwar mit grö=
ßerer Beſtimmtheit als beim Pythagoras aus der Vier¬
zahl, *) Welcher Manu aber, ih beſ<hwöre ud, möchte
ſein Haupt wohl dem Joche der Ehe beugen, wenn er, wie
es die Philoſophen gewöhnli< thun, die Laſt und Plage
dieſes Standes gehörig erwogen hätte? Welches Weib
würde ſich den ehelichen Pflichten unterziehen wollen, wenn
ſie wüßte oder bei ſi< bedächte, wie gefahr= und \<merz¬
voll die Entbindung, wie beſhwerli< die Erziehung der
Kinder iſt? Wenn ir bemnad das Leben der Che und
die Che jener Unvernunft, die eine meiner Begleiterinnen
iff, verdantt, ſo urtheilt ſelbſt, zu wie großer Exrkenntlich=
*) Die mathematijd-ontologifde Welterklärung der Pythagoräer