Als ih jüngſt vou Italien na< England reiſte, hatte
ih weite Stre>en zu Pferde zurü>zulegen; um dabei nicht
die ganze Zeit mit trivialen Geſprächen hinzubringen, an
denen die Muſen keinen Antheil hätten, gefiel es mir,
öfters dies oder jeues von unſeren gemeinſamen Studien
zu überdenken und im Geiſte mich zu den lieben, gelehrten
Freunden zu verſeben, vie ih zurücgelaſſen. Da trat mir
Euer Vild, theurer Morus, glei zuerſt entgegen, und
jedesmal, wenn ih fern von Euch weile, mağt mir doh
die Erinnerung au Euch kein geringeres Vergnügen, als
wäret Ihr mir gegenwärtig und als genbſſe ih in Wirt¬
lichkeit jene Luſt Eures Umganges, die, ih ſ{<wöre es, die
höchſte meines Lebens geweſen.
Da ih alſo entſchloſſen war, mich mit irgend etwas zu
beſchäftigen, eine Muße aber, wie ih ſie hatte, niht zu ernftem
Nachdenken einlud, ſo kam ih auf den Einfall, in einer Plau=
derei die Thorheit zu loben. Welche Pallas hat End dieſen
ſeltſamen Gedanken eingeflößt? werdet Ihr fragen. Nun,
erſtlih machte mid) die Göttin auf Euren Familieuuamen
Morus aufmerkſam, der dem griechiſchen Worte Mwoia*)
ebenſo nahe kommt, wie Ihr ſelbſt ſeiner Bedeutung fern
ſteht, denn mau kennt Euh überall als einen der Hitgften
Männer des Jahrhunderts. Außerdem meinte ih, daß dieſe