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74 Das Lob der Thorheit, mit diejen Zauberverfen vor dem Heiligen Bernhard ge prablt haben, der den Sohn der Hölle gewandt zu überliſten wußte. *) Dies alles ſind ſo gewaltige Thorheiten, daß ih ſelber mich ihrer faſt {<äme; indeſſen billigt nicht nur bie grofe Menge ſolche Verkehrtheiten, ſondern ſogar die öffentlichen Lehrer der Religion zollen ihnen Beifall. Und weiter, gehört es nicht beinahe in dieſelbe Kategorie, daß jedes Land ſeinen beſonderen Heiligen hat? Man betet dieſe himmliſchen Herren auf die maunigfachſte Weiſe an und theilt ihnen die verſchiedenſten Arten des Schubes zu: der eine heilt Zahnſchmerzen, ber andere ſteht den Gebärenden bei; dieſer bringt Geſtohlenes zurüc, jener rettet aus den Gefahren des Schiffbruchs8, ein anderer ſorgt für die Sicherheit der Heerden, und de: gleichen mehr; die Beit wirde miv fehlen, alles aufzuzählen. Auch giebt es Heilige, deren Anſehen und Macht ſih auf verſchiedene Gebiete erſtre>en; ih uenne vor allem die Mutter Gottes, die in deu Augen des Volkes eine faſt nod höhere Gewalt beſitzt als ihr Sohn. Liegt nun nicht and bas, was die Menſchen von dieſen Heiligen erflehen, innerhalb meines Wirkungskreiſes ? Sagt mir, bitte, habt ihr {on irgend wann unter der großen Zahl der geſpendeten Dankzeichen, von denen die Wände und Gewölbe mancher Tempel ja ganz bede>t ſind, ein einziges geſehen, das jemand als Erinnerung an eine wunderbare Heilung von der Thorheit aufgehängt oder das Einer geſpendet hätte, nahdem er auh nux um eines Haares Breite weiſer geworden? Dex Eine bat fih glü>li< *) Dem heiligen Bernhard begegnete einſt ein Te fel und rühmte ſih, ſieben Pſalmenverſe zu wiſſen, durch deren tägliches Herſagen man ſeines Seelenheiles gewiß werden fönne. Der Mann Gottes war neugierig, jene Verſe kennen zu lernen, allein der wohner der Hölle verweigerte jede nähere Ausfkunft. Der ſromme Beruhard erwiderte i dann werde er in Zukunft täglich den ganzen Pſalter, alſo auh ſieben Verſe, beten. Da hielt es der Teufel doh für beſſer, ſein eimnis preiszugeben, benn er mote niht der Urheber ſo großer Frömmigkeit ſein.