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Das Lob dev Thorheit. irgend eines Weiſen mit dem Looſe dieſer Thoren. Denkt eud gum Gegenſaß einen Maun, der ein großes Muſter der Klugheit iſt! Von Kindheit auf an dex Kette mihſeligen Studiums ſ{hmachtend, hat er die ſ{hönſten Jahre feiner Lebenszeit mit den Sorgen, Plagen und Qualen der Arbeit verbraucht; hat daun im ferneren Leben mie das geringſte Verguügen gekoſtet, deun ex war ſtets knauſerig, arm, traurig, grimlich, ſich ſelb unerträglih und beſhwer= li, Anderen läſtig und verhaßt. So iſ ex blaß, mager, \{k zu verfal= len. Was verſchlägt es auh, wann er auf dieſe Art ſtirbt, er Hat ja doh nie gelebt! Nun ſeht eu< ordentlich das prächtige Bild eines ſolcheu Weiſen an! Unſere braven „Fröſche“, die Stoiker, werdeu in ihrer ewigen Zankſucht hier gewiß neue Einwürfe gegen mich erheben, Wie? Was! faugen ſie an zu zetern, es giebt doh nichts. Elenderes als Raſerei, und das Beuehmen eines Erzthoren grenzt ja ganz nah an Raſerei oder iſ vielmehr die Raſerei ſelber! Was iſ denn Raſerei anders als. ein Zuſtand der Geiſtesverwirruug? — Da täuſchen fie ſi< nun einmal wieder ganz und gar. Wohlan, ih will auch dieſen Trugſchluß vernichten, wenn's den Muſen ſo gefällt. Jeue Stoiker hätten Dod vermöge ihres Scharffinns, wie Sokrates beim Plato von zwei Arten der Venus und deg Kupido ſpricht, *) ſo au< zwei Arten der Raſerei un= terſcheiden müſſen, wenn fie ſelber als vernünftig gelten wollen. Nicht jede Raſerei macht fofort ungliidlid. Souſt hätte wohl Horaz uit geſungen rOder äfft mih iehliche Raferei?” und auh Plato**) nit den faft rafen *) Eros und Anteros als Gehilfen der Venus Urania und Venus vulgivaga. Vgl. „Gaſtmahl“, S. 180. #*) Ode, Bud III, IV, 5. wee) „Phädrus", S. 214, n a. ff