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Das Lob der Thorheit, gamen LebenS: welde fdvedlide Fülle von Kvantheiten, welche Unzahl von Zufällen und Beſchwerlichkeiten! Und enbli® keine Freude, kein Genuß, der niht dur< Kummer und Sorgen getrübt wäre! Um der Leiden gar niht zu gedenken, die ein Menſh dem anderen bereitet — Armuth, Gefangenſchaft, Schimpf, Schande, Noth, Hinterliſt, Berrath, Beleidigung, Anklage, Sdurtevei! Dod id {hide mig an, den Sand am Meere zu zählen! E8 ift mir jet nicht verſtattet, euh gu ſagen, dur< welche Vergehen die Menſchen alles dies verdient haben, noch welder Gott es in ſeinem Zorn geſchehen ließ, daß fie in dieſem Jammerthal geboren wurden. Jedenfalls wird der, welcher das Unglü> der menſchlihen Lage gründlih prüft, die Mädchen von Milet*) niht tadeln können, obgleih ja überhaupt dieſer Fall Mitleid erregt. Welches ſind aber vie Berühmteſten unter denen, die ſi< aus Lebensüberdruß ſelbſt den Tov gaben? Waren es niht die Freunde der Weisheit? Um vou Diogenes, Xenokrates, Cato, Caſſius und Brutus zu ſ{hweigen, zog nit jener bekannte Chiron**) freiwillig den Tod vor, obglei, bisweilen dur< die *) Gellius berichtet in feinen Noctes Atticae (XV, 10) im Anz {Glug an Plutard (Legh puyis, Bud I, daß die Mädchen von Milet einſt ohne nahweisbare Urſache von der Manie ergriffen wurden, fih zu erhängen. #*) Weiſeſter der Centauren und Lehrer des Achill; von Herakles mit einem giftigen Pfeile verwundet, bat er die Götter, ſeinem Leben ein Ende zu machen. #) Nach ber Sage bildete Prometheus den menſchlichen Körper aus Thon.